Über den medialen Umgang mit den Mißbrauchsskandalen in katholischen pädagogischen Einrichtungen kam schon früh ein gewisses Unbehagen auf: Waren die größten Kritiker der Elche denn nicht früher selber welche? Ging es hier primär um das Kindeswohl oder toben sich hier vor allem linke Kirchenhasser aus? Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den “Kindersexskandal” der Grünen im NRW-Landtagswahlkampf 1985, (s.a. SPIEGEL online 19.2.2010) oder die pädophile Vergangenheit der Grünen-Ikone Daniel Cohn-Bendit.
Der Psychiater, Theologe und Schriftsteller Manfred Lütz sprach daher in der FAZ vom 11. Februar 2010 von “Unverhohlenem Missbrauch mit dem Missbrauch” und stellte fest:
“Die Wahrheit ist, dass alle Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, Menschen anziehen, die missbräuchlichen Kontakt mit Minderjährigen suchen. Das gilt für Sportvereine, Einrichtungen der Jugendhilfe, und natürlich auch für die Kirchen.”
Nun also die Odenwaldschule, die am 14. April ihr hundertjähriges Bestehen feiert. Die Aufregung ist groß und entsprechend das Rauschen im Blätterwald. Erstaunlich dabei ist, das offenbar niemandem bisher aufgefallen ist, daß der “zum Äußten” gesteigerte pädagogische Eros dort Tradition hat, eine hundertjährige sogar. Begründet wurde diese Tradition vom Schulgründer selbst, Paul Geheeb. Golo Mann schrieb in seinen Erinnerungen über die Odenwaldschule:
Eine Lehrerin “nahm sich dort das Leben, weil der Leiter der Schule, Paul Geheeb, sie geliebt und dann verlassen hatte. Er war also wirklich ein Herzensbrecher, und die frühe Novelle meines Bruders Klaus, Der Alte, in welcher der Internatsleiter die älteren Schülerinnen zu einem ernsten Gespräch bittet, um danach sie zu verführen, so ganz unwahr doch wohl nicht.”
Klaus Mann (1906-1949) war 1922/23 für ein knappes Jahr Schüler der Odenwaldschule. In seiner längst vergessenen Novelle schrieb er 1925:
“Der Alte liebte es, wenn gegen Abend, nach dem Nachtmahl, einzelne seiner Schüler und vor allem seiner Schülerinnen ihn in seinem Zimmer besuchten. Wenn der Alte still und ohne sich zu regen eine Zeitlang gewartet hatte, klopfte es und irgend ein Mädchen kam, ihn zu besuchen. Wenn ungefähr eine Viertelstunde vorüber war, ging er zu Zärtlichkeiten, und, hinter dem weißen Barte zuckend, suchte sein großer, roter und alter Mund den ihren.
Es klopfte aber bald wieder und ein anderes Mädchen kam. …”
(Quelle: Werde, der du bist. Die Odenwaldschule; DLF-Feature 2008)
Die Novelle führte nur kurzzeitig zu Irritationen zwischen Lehrer und Schüler, der sich außer bei dieser Gelegenheit nur positiv über Geheeb äußerte, z.B. in seiner Autobiographie “Der Wendepunkt”.
Bleibt noch – das Letzte. BILD natürlich: “Früher turnten sie dort nackt”.
~~~ UPDATES ~~~
- Entgleiste Reformpädagogik – Dein Lehrer liebt dich (FAZ 9. März 2010)
- Reformschule im Zwielicht (taz 7. März 2010)
- “Sexuelle Dienstleister” (FR 6. März 2010)
- Gemobbt, geschlagen, vergewaltigt (FR 6. März 2010)
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Avant d’en remettre une bonne louche de provoc’: “La sexualité d’un gosse, c’est absolument fantastique, faut être honnête. J’ai travaillé auparavant avec des gosses qui avaient entre 4 et 6 ans. Quand une petite fille de 5 ans commence à vous déshabiller, c’est fantastique, c’est un jeu érotico-maniaque…” – “Vous me troublez”, répond Guth. “Oh, non pas tant que ça car vous vous y attendiez…” rigole son interlocuteur. (Daniel Cohn-Bendit, le hasch et les enfants)
Bevor er noch eine satte Portion von Provok(ation) zulegt: “Die Sexualität eines Kindes, die ist absolut fantastisch, da muß man ehrlich sein. Ich habe vorher mit Kindern gearbeitet, die zwischen vier und sechs Jahre alt waren. Wenn ein kleines Mädchen von fünf Jahren anfängt, Sie zu entkleiden, das ist fantastisch, das ist ein erotisch-irres Spiel …” – “Sie beunruhigen mich,” antwortet Guth. “Oh, nicht so besonders, weil Sie das doch erwartet haben …”, scherzt sein Gesprächspartner.
Gloria Video. Dany Le Rouge. Jan Fleischhauer, YouTube, 27. März 2010
Tension entre Paul Guth et Daniel Cohn Bendit. Vidéo. http://www.ina.fr, 23 avril 1982
http://tinyurl.com/ylnawpn
Daniel Cohn-Bendit, le hasch et les enfants. Vidéo. Par Thierry Dupont,
Eric Mettout, L´Express, 10 juin 2009
http://tinyurl.com/ykzt8ah
POLITIKER SIND GEFRAGT
Wo sind denn die Politiker, die in unserer Gesellschaft selbstlos und mit Leidenschaft für Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft einstehen? Seit Jahren sind die “Gewalttaten” an der Odenwaldschule gegen Kinder bekannt und nicht nur dort.
Warum ist es so still bei den Politikern zu dem Thema sexueller Missbrauch von Kindern? Sind die Vorgänge an der Odenwaldschule sogar nur ein Symptom eines verfehlten Kinder- und Familienrechtssystems in Deutschland?
Die UNO hat sich schon vor Jahren eingehend mit den Missständen in den deutschen Jugendämtern auseinandergesetzt und damit stehen auch die Ereignisse an der Odenwaldschule in einem engen Zusammenhang.
http://presseblog.blogger.de/stories/819483
http://deutsche-jugendamt.blogspot.com/2010/03/221-jugendamt-im-europaparlament-ceed.html
Vielleicht möchten Sie sich ein ein kleines Video ansehen, um herauszufinden, was deutsche Politiker unseren Kindern durch die Jugendämter so zumuten:
http://video.google.de/videoplay?docid=6196003696541955659#
An der Odenwaldschule wurden fast ausschließlich Kinder sexuell missbraucht, die ihren Vater oder beide Elternteile nicht mehr hatten. Nicht selten handelte es sich um Kinder, die vom Jugendamt auf die Odenwaldschule geschickt wurden. Die Täter an der Odenwaldschule wussten genau, dass Kinder mit einer schwachen Elternlobby die geeigneten Opfer waren, schweigsam, vorsichtig, sozial benachteiligt.
Darüber hinaus bemühen sich seit Jahren viele Väter vergeblich um den Kontakt zu Ihren Kindern. Für Deuschland musste erst einmal der Europäische Gerichtshof den Politikern erklären, dass sie ihren Pflichten nicht nachkommen und Vätern ohne Grund den Umgang mit ihren Kindern verwehren.
http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/justiz/Bundesregierung-will-Sorgerecht-fuer-ledige-Vaeter-staerken_aid_791356.html
Kinder brauchen starke Eltern. Es ist ein vollkommens Rätsel, weshalb der deutsche Staat geradezu bewusst die Feststellungen der UNO und des EuGH jahrelang zum Nachteil der Kinder übergeht. Die Ereignisse in den deutschen Kinderheimen und die Verantwortlichkeit der Jugendämter sind ein Armutszeugnis der deutschen Politik und leider nicht nur ein Problem an der Odenwaldschule.