Gerichtsfest: Ulfkotte von Shell geschmiert

Anfang Juni 2009 hat sich der Shell-Konzern außergerichtlich mit den Hinterbliebenen des 1995 hingerichteten nigerianischen Bürgerrechtlers Ken Saro-Wiwa und der anderen 8 damals Hingerichteten verglichen und zahlt  15,5 Millione US$, um nicht vor einem US Bezirksgericht wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt zu werden (s. ZEIT-ONLINE 9.6.2009).

Das ruft einen fast zwölf Jahre zurückliegenden Prozeß in Erinnerung, in welchem es darum ging, ob ein sich heute als Menschenrechtsaktivist aufplusternder Journalist vom Shell-Konzern für eine positive Berichterstattung über die umstrittenen Shell-Aktivitäten in dem afrikanischen Land geschmiert wurde.

Die Zeitschrift „Jungle World“ berichtete seinerzeit darüber in ihrer Nr. 40/1997:

Doch geschmiert

Die Äußerung, der Afrika-Korrespondent der FAZ, Udo Ulfkotte, sei von Shell für eine firmenfreundliche Berichterstattung über Nigeria „geschmiert“ worden und die FAZ habe sich damit „bei Shell prostituiert“, ist – vor dem Hintergrund der von Shell gesponserten Journalistenreise nach Nigeria – keine Schmähkritik, sondern eine zulässige Meinungsäußerung.

Schon am 2.9.1997 hatte das Kölner Landgericht die Klage von FAZ und Ulfkotte gegen den Journalisten Karl Rössel, der den Vorwurf der journalistischen Prostitution gegenüber der FAZ erhoben hatte, abgewiesen. Begründung: Diese Charakterisierung von Ulfkottes Berichterstattung über Nigeria sei aufgrund des Sachverhalts – der von Shell finanzierten Recherchen – zulässig. Nach Verkündung des Urteils hatte auf Anfrage der Frankfurter Rundschau der Geschäftsführer der FAZ Klaus Rudloff noch angekündigt, er werde gegen das Urteil des Kölner Landgerichts Berufung einlegen.

Mit Schreiben vom 21. August teilte jedoch Winfried Seibert, der Anwalt von FAZ und Ulfkotte, offiziell mit, seine Mandanten hätten sich „entschlossen, gegen das Urteil des Landgerichts Köln vom 2.7.97 keine Berufung einzulegen“.

Weitere Infos zum Thema:

»Schmiere – Die Shell AG und die deutschen Journalisten«

We SHELL overcome


1 Kommentar bisher

  1. [...] unrecht subjektiv als Werkstattbericht des Autors empfunden wird. Daß Ulfkotte vom Shell-Konzern für eine firmenfreundliche Berichterstattung geschmiert wurde, darf seit 1997 öffentlich geäußert werden.Schon bevor das Internet allgemeine Verbreitung [...]


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